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Christiane Gutbier
Kunst-Studentin

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40 Jahre Informatik

Prof. Ursula Bertram zum Werk von Christiane Gutbier

„Manchmal wollt’ ich lieber Plastik! LG Christiane“
2013, TU Dortmund, Informatik Gebäude, Treppenhaus

Kuratiert von der IDfactory/Zentrum für Kunsttransfer

Gute Kunst ist eine Kunst, die zu guten Fragen führt, nicht zu Antworten. Denn letzteres wäre lediglich der Nachvollzug von bereits Gewußtem, das wäre viel zu eng. Gutbier hat Fragen außerhalb der Norm entwickelt. Sie verführt den Betrachter an diesem Ort mit einer Nähe zu Wissenschaft und Präzision indem sie auch Worte verwendet. Nicht etwa Farbfelder und Figuren, womit das Ganze unbeschadet bewundert in das künstlerische Terrain einsortiert werden könnte. Die Wandarbeit wirkt wie ein Notizzettel der Logik und ist eigentlich ein Notizzettel der Irritation und grundlegender Fragen, die weit über Kunst und Informatik hinaus weisen.

Die Kunst ist immer mit dem Unerwarteten beschäftigt und produziert ständig Neues. Ein Reservat der Regellosigkeit und des Navigierens im offenen Systems, in der Innovation bekanntlich am besten funktioniert. Sie läßt sich nicht festlegen, kommt in allen Erscheinungsformen vor und ist meist da, wo man sie nicht vermutet. Wie auch seit neusten im Treppenaufgang der Informatik oder temporär in der IDfactory/Zentrum für Kunsttransfer, wo alles anfing. Wenn sich alle daran gewöhnt haben, dass Kunst aus „Fragen“ bestehen kann, wie sie Christiane Gutbier in das Treppenhaus der Informatik schrieb, wird anderes das jetzige überlagern und einen neuen Diskurs entfachen. Es ist relativ leicht in vorgegebenen Mustern zu arbeiten und sehr schwer ein eigenes Muster zu bilden, was noch nie da war und sich dennoch mit der Person und der Welt verbindet.

Während Wissen zunehmend verfügbar gemacht wird, wird es zeitgleich schwieriger damit umzugehen. Bei der Komplexität unseres Lebensraumes wird es immer schwerer zu sagen, was richtig und falsch ist, wahr und unwahr. Es geht darum Kompetenzen zu entwickeln, um eigene Wege zu entwickeln in einer sehr bewegten Welt. Es geht darum selbst Fragen zu stellen, sich zu verorten und in der Welt zurechtkommen ohne Sicherheiten, Verläßlichkeiten und Rezepten.

Künstlerische Forschung macht an keinen Grenzen halt und kann in allen Erscheinungsformen auftreten. Künstlerisches Denken ist so weit verbreitet wie das Element Luft. Man bemerkt es mitunter erst, wenn es nicht mehr da ist.

Christiane Gutbier studiert am Institut für Kunst und Materielle Kultur.

Christiane Gutbier

Manchmal wollt’ ich lieber Plastik! LG Christiane

Wandinstallation 2013, Informatikgebäude, Otto-Hahn-Straße 14
Kreide auf geweißter Wand