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TU Dortmund LogoLogo der 40-Jahr-Feier der Fakultät für Informatik

Festakt 40 Jahre Informatik und Ehrenpromotion Monika Henzinger

Grußwort der Rektorin

Univ.-Prof. Dr. Ursula Gather

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Studierende,
liebe Festgäste,
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen hier im neuen Seminarraumgebäude der Technischen Universität Dortmund. Besonders begrüße ich an dieser Stelle unseren Altrektor Eberhard Becker und Herrn Professor Heiß, den Vorsitzenden des Fakultätentags Informatik.

Erst im vergangenen Herbst eröffnet, ist dieses Gebäude der jüngste Teil unserer Universität, die selbst noch gar nicht so alt ist. Vor Weihnachten haben wir im Audimax den 44. Geburtstag gefeiert. Heute feiern wir den 40. Geburtstag der Fakultät für Informatik, einer Fakultät, die bei Gründung der Universität noch gar nicht fest eingeplant war.
Die Idee wurde erst in den allerersten Sitzungen des Senats diskutiert. Ein Mathematiker, Professor Manfred Reimer, führte 1969 den Gründungsausschuss an. Drei Jahre später waren die ersten drei Professoren berufen, das Ministerium genehmigte die Gründung einer Abteilung für Informatik. Am 8. November 1972 tagte die erste Abteilungsversammlung. Dieses Datum ist der offizielle Geburtstag der heutigen Fakultät. Zwei der drei Gründungsprofessoren sind unter uns, Professor Volker Claus und Professor Bernd Reusch. Die Fakultät verleiht ihren Gründungsvätern heute die goldene Ehrennadel, dazu gratuliere ich an dieser Stelle schon einmal sehr herzlich.

Der Studiengang Informatik startete zum Wintersemester 1972/73 mit weniger als 100 Studierenden. Heute sind an der Fakultät mehr als 2000 Studierende eingeschrieben, an der gesamten Universität sind es inzwischen fast 30.000. Die TU Dortmund hat in ihrer jungen Entwicklung ein einzigartiges Profil gewonnen, das geprägt ist durch das Zusammenspiel von Ingenieur- und Naturwissenschaften, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften. Durch Kooperationen mit den verschiedensten Anwendungsdisziplinen ist die Fakultät für Informatik mit 13 unserer 16 Fakultäten verknüpft – mit Physik und Logistik genau wie mit Germanistik und Musik. Sie gestaltet maßgeblich den Profilbereich „Modellbildung, Simulation und Optimierung komplexer Prozesse und Systeme“, einen von vier Forschungsschwerpunkten der TU Dortmund.

Die interdisziplinäre Kooperation der Fakultät für Informatik ist insbesondere in großen Verbundprojekten sichtbar: Sie war am ersten Sonderforschungsbereich der TU Dortmund, dem SFB 11, beteiligt. Zwölf Jahre lang war die Fakultät Sprecher des SFB 531 zur „Computational Intelligence“. Vor zwei Jahren startete dann der Sonderforschungsbereich 876 zur „Analyse unter Ressourcenbeschränkung“, der sechs Fakultäten vereint. Die TU Dortmund ist nachweislich eine der forschungsstärksten Hochschulen im Bereich Informatik: Im DFG-Förderatlas zählt unsere Universität hier zu den TOP10. Dies ist auch erkennbar an Preisen und Auszeichnungen für einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultät, darunter die Konrad-Zuse-Medaille, die Berufung zum IEEE Fellow oder jüngst ein ERC Starting Grant.

Die Fakultät für Informatik hat in den vergangenen 40 Jahren jedoch nicht nur den Erkenntnisfortschritt vorangetrieben, sondern auch den Strukturwandel unserer Stadt mit gestaltet. So befindet sich direkt neben dem Campus der Technologiepark Dortmund, Deutschlands größter Technologiepark, der schon früh auf das Zukunftsfeld IuK gesetzt hat. Absolventinnen und Absolventen der Informatik sind hier gefragte Fachkräfte, einige gründen sogar ihr eigenes Unternehmen – ja, keine andere unserer Fakultäten hat so viele Ausgründungen hervorgebracht wie die Informatik. Das größte und sicherlich bekannteste Unternehmen ist Materna, dessen Gründer Winfried Materna und Helmut an de Meulen einst wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät für Informatik waren.

Während der Geburtstag der Fakultät für Informatik auf Jahr und Tag datierbar ist, streitet man sich über die Geburtsstunde des Internets. Ist es älter oder jünger als 40 Jahre? „25 Jahre Internet aus Deutschland“ vermeldete die TU Dortmund 2011 in einer Medieninformation. Gemeint war damit: 25 Jahre „de-Domain“. Hier war unsere Universität durch die Informatik ganz vorn dabei: Sie hat am 5. November 1986 eine der ersten sechs Webadressen mit de-Domain registriert, nämlich: www.uni-dortmund.de. Zwischen 1988 und 1994 hat die Universität sogar alle de-Adressen verwaltet, mehr als 1000 sind es in dieser Frühzeit des Internets aber nicht geworden.

Das änderte sich freilich zur Jahrtausendwende – davon weiß vor allem unser Ehrengast, Professor Monika Henzinger, zu berichten. Sie war ab 2001 Forschungsdirektorin bei Google. Für ihre wegweisenden Entwicklungsarbeiten in der Industrie und für ihre herausragenden Forschungsleistungen in der Akademia verleiht die TU Dortmund ihr heute die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Informatik. Monika Henzinger steht damit in einer Reihe mit Konrad Zuse, Lotfi Zadeh und Juris Hartmanis. Sie ist eine „brillante Wissenschaftlerin“, so viel darf ich aus den Gutachten zitieren ohne dem Laudator zuvor zugreifen. Liebe Frau Kollegin Henzinger, ich freue mich sehr, dass Sie die Ehrenpromotion der TU Dortmund angenommen haben und anlässlich der Festveranstaltung heute bei uns zu Gast sind.

Meine Damen und Herren, ich wünsche Ihnen allen noch viel Freude bei der 40-Jahr-Feier der Fakultät für Informatik. 40 Jahre sind jung, denkt man die 800-jährige Geschichte der Universitäten in Deutschland. Gemessen am Alter der Informatik selbst ist die Gründung unserer Fakultät aber nahezu historisch. Für die Zukunft wünsche ich alles Gute!